Montag, 11. Januar 2010

Ein Gecko schnaltzt über meinem Kopf, ein Tricycle fährt ums Haus, von draußen dringt Waray-Waray und Lachen, von drinnen iTunes, Clueso. Ich weiß nicht genau womit ich mehr beschäftigt bin, die Mücken zu verjagen, die mein Blut und mir vielleicht ne ätzende Krankheit übertragen wollen oder das hier zu schreiben. Heute Abend ist schreibe-Abend, hab grad schon irgendwas aufgeschrieben und die Nachbarn kommen nicht, was ich auch mal genieß, denn zu erklären, man braucht seine Ruhe macht mir immer nen schlechtes Gewissen und verstehen tun sie es eh nicht ganz.

Hier bin ich nun 4 Monate, 3 Tage... wo blieb die Zeit und wo wird die restliche bleiben? Ersteres wird mir bestimmt erst mit ein wenig Distanz klar, zweiteres steht in den Sternen. Mein Projekt ist unklar, mein gesamtes Befinden und die Entwicklung der Philippinen geht auch irgendwie nicht voran. So lange bin ich schon hier und immer noch sind die Philippinen ein Entwicklungsland... also was tun?

Zunächst war ich mal im Urlaub. Visayas-Rundreise, viele tausend Kilometer und Pesos über Land und Wasser, durch Gassen und über Deluxe-Tourismus-Strände, mal als Pausal-, mal als Individual- und fast auch mal als Abenteuerreisender. Die ganze Route aufzuzählen interessiert eh nur den gelangweilten Leser, der jeden Ort bei google-earth nachguckt. Da ich aber auch die gelangweilten Leser nicht vergessen will, hier die Reise-Route:

Borongan, E.Samar – Tacloban, Leyte mit dem Bus über Taft

Tacloban – Cebu City über Ormoc und dann mit dem Schnell-Boot

Cebu City – Toledo, Cebu – San Carlos, Negros Occ. - Bacolod – über das tiefste Meer und die höchsten Berge

Bacolod – Sipalay – Beach Resort am Sugar Beach

Sipalay – Dumaguete – Siquijor – Die Hexen (Aswang-) Insel wenn man mal so auf den Philippinen rumfragt. Ich hatte ziemliche Rückenschmerzen. Vielleicht ein Hexenschuss?



Siquijor – Tagbilaran, Bohol

Tagbilaran – Carmen, Bohol – Home of the (scheins) world famous Chocolate Hills



Carmen – der kleinste Primat der Welt, kurz: Tarsier oder Kobold Maki - Panglao Island – Wo Prostitution auf Grund von Armut mit Glanz, Glamour und weißen Stränden einher gehen. Die Delfine dort haben übrigens ca. 50 Pumpboote und vlt. 150 wegen der Delfine früh aufgestandene Touristen verarscht. Darunter auch wir.

Schnell weg, Panglao Island – Tagbilaran – Cebu City – Gosse – Hotel, drei Personen: 6,50€. In mitten von Dresscodes in Piratenbars, der Suche nach Reichtum, Bikini-Bars und immernoch Prostitution jetzt aber ziemlich glanzlos, dafür weiß, Sextouristen-weiß. Die allgegenwärtige Farbe, allgegenwärtiger als Kokos-Palmen, das Meer oder die philippinische Flagge; egal wo man hier hin kommt.

Cebu City – Danao – Ein echtes, frustrationsloses Projekt in einem Kinderheim für Straßenkinder. Schön zu sehen.

Danao – Cebu City – Super Cat – Tacloban

Tacloban – Zuhause

An der Stelle fällt mir auf, dass ich schon lange nicht mehr geschrieben hatte, also an alle Leser: Frohe Weihnachten und ein frohes neues Jahr.

Zu meinem Befinden: Ich hab den kleinen Kulturschock überlebt und schaue jetzt gradeaus wie zuvor in eine erfolgreiche Zukunft;-)

Ich hoffe es geht allen gut, für Fragen und Anregungen, die auch mir beim zweiten Lesen gekommen sind, stehe ich gern zur Verfügung. Kann sich der ein oder andere das ein oder andere nicht ganz so vorstellen und braucht noch nen Foto, kann ich mal nachgucken ob Jane ein passendes geschossen hat. Meine Kamera gibt in letzter Zeit zunehmend auf. Peters (anderer Volunter, der sich Gedanken macht) 1. Philippinenregel: Dinge gehen aus unersichtlichen Gründen kaputt.

3 Kommentare:

  1. Hallo Mathis,
    schön von Dir zu hören. Du scheinst im Moment nicht begeistert (und das nach dem Urlaub!). Naja, vielleicht rettet die Arbeit jetzt Deine Stimmung. Also hier ist auch alles weiß: schneeweiß. Vielleicht hält Deine Kamera ja, bis wir zu Besuch kommen, dann hätten wir ein sinnvolles Mitbringsel neben den Einweghandschuhen...
    LG Wolle

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  2. trotzdem schön, beim zweiten Lesen sogar noch spaßiger ^^ Aber jetzt könntest du ja zum Beispiel mal bloggen, dass sogar Stadtbesuch euch die Ehre erweist :P

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  3. Lieber Mathis,
    Suribao River, abfahrt Borongan Pazifik Kuste
    ist auch sehr interessant. Genauso für Taucher
    vor dem Abfahrt stelle.
    Für deine Rural & Health Projekt, will die
    abgelaufene TUV erste Hilfe Kasten in Deutschland noch gut für die Dörfer? Sie haben
    nämlich keine Krankenhäuser oder Apotheke das seit Spanische Kolonialzeiten, sie praktizieren
    Naturheilkunde (durch einheimische Kräuter)
    Ich schenkte eine Erste Hilfe Kasten an eine
    Barangay. Sie waren sehr dankbar. Viel Spaß
    noch in Eastern Samar. Aurora

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